Ebola in der Demokratischen Republik Kongo: Freiwillige des Roten Kreuzes im Einsatz in Bunia
Foto: Jérémie Nzanzu Walaka.
Am 15. Mai 2026 meldeten die Behörden einen neuen Ebola-Ausbruch in mehreren Sanitätsdistrikten der Provinz Ituri im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo (DRK). Der Ausbruch trifft eine Region, die ohnehin in einer schwierigen Lage ist: Das Gesundheitssystem ist durch Personalmangel, Versorgungsengpässe und anhaltende Sicherheitsprobleme geschwächt.
Freiwillige des Roten Kreuzes sind vor Ort im Einsatz.
Das Rote Kreuz der Demokratischen Republik Kongo (CRRDC) bemüht sich mit Unterstützung des IKRK und der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) sowie in Zusammenarbeit mit den kongolesischen Gesundheitsbehörden um eine angemessene Reaktion. In Bunia – einem der derzeit sieben betroffenen Sanitätsdistrikte – sorgen Teams von Freiwilligen für sichere und würdevolle Bestattungen und organisieren Aufklärungsveranstaltungen für die Bevölkerung.
Die Lebenden schützen und die Toten ehren
Wenn jemand an den Folgen einer mutmasslichen Ebola-Infektion stirbt, ist die Behandlung der Leiche von entscheidender Bedeutung – sowohl für den Schutz der Hinterbliebenen als auch für die Eindämmung weiterer Ansteckungen.
Raphael Olangi leitet das CRRDC-Team für würdevolle und sichere Bestattungen. Das Team arbeitet sorgfältig und behutsam. «Zunächst entnehmen wir dem Verstorbenen eine Speichelprobe. Dann stabilisieren wir den Leichnam und legen ihn zuerst in einen Leichensack, dann in einen Sarg. Das Team bringt den Sarg anschliessend zum Bestattungsort“, erklärt er.
Die Freiwilligen sind ausgestattet mit Ganzkörper-Schutzanzügen und Desinfektionsmitteln. Mit jedem Handgriff verfolgen sie ein doppeltes Ziel: die Würde des Verstorbenen zu wahren und das Infektionsrisiko für die Angehörigen und die Gemeinschaft zu verringern.
Gemeinschaften erreichen
In einem Vertriebenenlager in Kigonze bei Bunia fokussiert ein anderes CRRDC-Team auf ein ebenso wichtiges Thema: Vertrauen. In einer Region, die von bewaffneten Konflikten, Vertreibung und starken sozialen Bindungen geprägt ist, ist es bei einem Ausbruch sehr schwierig, die Ängste und die Ablehnung der Menschen zu überwinden, um sie für die Massnahmen zu gewinnen.
Foto: Jérémie Nzanzu Walaka
Foto: Jérémie Nzanzu Walaka
Der CRRDC-Freiwillige Delphin Chanamula arbeitet direkt mit Gemeinschaften zusammen. „Das Gespräch mit den Menschen ist nach wie vor das wirksamste Mittel, um die Ausbreitung dieser 17. Epidemie zu verhindern“, sagt er. „Sie wissen, dass das Rote Kreuz vor Ort ist und seine Freiwilligen für die ordnungsgemässe Bestattung der Toten ausgebildet sind.“
In seinen Vorträgen erklärt er, wie sich Ebola ausbreitet, welche Vorsichtsmassnahmen die Menschen ergreifen können und warum es so wichtig ist, Verdachtsfälle schnell zu melden. Er spricht offen über die Schwierigkeiten. „Die Akzeptanz in der Gemeinschaft ist gut, auch wenn es aufgrund gewisser Überzeugungen bei manchen Menschen Widerspruch gibt. Vielleicht auch aus Zuneigung zu den Verstorbenen.“
Die Angst ebenso bekämpfen wie die Krankheit
Während einer Ebola-Epidemie können sich Angst und Desinformation genauso schnell ausbreiten wie das Virus selbst. Dies erschwert Hilfsmassnahmen und hindert Menschen, die benötigte medizinische Versorgung in Anspruch zu nehmen. Um dem abzuhelfen, intensivieren die Freiwilligen mit Unterstützung des IKRK und der IFRC den Kontakt zu lokalen Gemeinschaften. Neben Aufklärung und Bestattungen bieten die Teams Infektionsprävention und -kontrolle sowie psychosoziale Unterstützung an.
In einem so komplexen Umfeld wie Ituri – wo Sicherheitsprobleme, Vertreibung und eingeschränkte Gesundheitsversorgung jedes Problem noch verschärfen – sind Präsenz in der Gemeinschaft und das Vertrauen der Bevölkerung keine Nebensache. Sie sind die Hauptsache.
So schützen Sie sich und Ihre Gemeinschaft
Ebola breitet sich durch direkten Kontakt mit dem Blut oder den Körperflüssigkeiten einer Person aus, die mit der Krankheit infiziert oder daran gestorben ist. Zu verstehen, wie sich die Krankheit ausbreitet – und was Sie tun können –, kann Leben retten.
Waschen Sie sich häufig die Hände. Verwenden Sie Seife und Wasser oder ein Händedesinfektionsmittel auf Alkoholbasis, insbesondere nach jedem Kontakt mit einer erkrankten Person oder deren Gegenständen.
Vermeiden Sie Körperkontakt mit symptomatischen Personen. Zu den ersten Anzeichen von Ebola gehören plötzliches Fieber, Müdigkeit, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen und Halsschmerzen, gefolgt von Erbrechen, Durchfall und in einigen Fällen Blutungen. Berühren Sie eine erkrankte Person nicht ohne Schutz.
Melden Sie Verdachtsfälle unverzüglich. Wenn bei Ihnen oder einer Ihnen bekannten Person Symptome auftreten – insbesondere Fieber, das nicht auf die übliche Behandlung anspricht –, benachrichtigen Sie unverzüglich das örtliche Gesundheitspersonal. Eine frühzeitige Meldung rettet Leben und hilft, die Ausbreitung zu verhindern.
Berühren Sie keine Leiche ohne die Begleitung von Bestattungsfachkräften. Beerdigungen, bei denen es zu direktem Kontakt mit der Leiche kommt, sind einer der Hauptübertragungswege, und Trauernde sind erhöhtem Risiko ausgesetzt. Wenden Sie sich an das örtliche Rote Kreuz oder die Gesundheitsbehörde, um eine sichere und würdevolle Bestattung zu organisieren.
Vermeiden Sie den Kontakt mit Wildtieren wie Flughunden, Menschenaffen, Affen und Antilopen in Gebieten, in denen Ebola vorkommen könnte. Menschen können sich durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren mit dem Virus anstecken.
Wenn Sie besorgt sind oder Informationen benötigen, wenden Sie sich an die örtliche Gesundheitsbehörde.
Weitere Informationen finden Sie im IFRC Epidemic Control Toolkit
Bildmaterial aus Ituri steht im IKRK-Newsroom zur Verfügung.